Futter

Emily hat Hunger!

Über die ideale Hundefütterung lässt sich herrlich streiten. Was früher einfach mit Essensresten geregelt wurde, wird heute zur Wissenschaft.

Wir zählen uns nicht zu den “Hardcore-Barfern“, doch Frischkost gibt es trotzdem regelmäßig einmal täglich.

Bei mir kommt das rohe Fleisch tiefgefroren per Versand ins Haus. Die 28kg, die mit einer Portoeinheit geliefert werden, passen in 1,5 TK-Schrankfächer. Ich bestelle bunt gemischt, durchaus auch an den Sonderangeboten orientiert. Leber gehört auch immer dazu, die wird allerdings kurz angebraten, damit sie gerne gefressen wird.

Wer einen Schlachter oder Schlachthof seines Vertrauens hat, ist natürlich gut dran. Nicht vergessen darf man aber auch die Möglichkeiten, die der Supermarkt bietet. Ich hole dort gerne Hühnerklein und Geflügelleber aus der Tiefkühltruhe.

Klein-Elvis aus dem K-Wurf freut sich über Hühnerklein

Dazu gibt es Gemüse, oft Möhren, aber auch alles sonst, was es gut und günstig gibt: Kürbis, rote Beete, Blumenkohl, Brokkoli. Ich koche und püriere das Gemüse. Gekocht ist es leicht verdaulich, sie lieben es und es bekommt ihnen prima. Was nicht heißt, dass sie auch durchaus gerne rohe Möhren knabbern….
Zusammen mit dem Gemüse gare ich auch etwas Getreide mit. (Gold)-Hirse ist gut für die Gelenke, das Bindegewebe und das Fell. Auch Couscous oder Polenta gebe ich gerne – was die Bio-Getreide vom ALDI so hergeben.  Nudeln sind eher etwas für meine säugenden Hündinnen….  aber natürlich landen eventuelle Reste auch im Hundenapf.

In der warmen Jahreszeit gibt es außerdem viel Grün, das einfach draußen gepflückt wird und die Speisekarte wunderbar ergänzt. Dazu bekommen sie das überreif gewordene Obst hier im Haus oder holen sich selber was sie wollen auf den Wiesen ringsum. Besonders gerne alte, angefaulte Äpfel, mehrmals mürbe gefroren 🙂 .

Günstige Luzerne-Pellets (auch Alfalfa genannt) können auch die Ernährung ergänzen. Luzerne ist ein guter Ballaststoffträger, der in beachtenswerter Menge Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthält, hier mehr darüber.

Gute Öle (z.B Lachsöl) sollten regelmäßig gegeben werden, gerne auch Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Hüttenkäse. Inzwischen gibt es spätestens jeden zweiten Tag selbstgemachten Kefir. Für Welpen mit Ziegenmilch angesetzt, für die erwachsenen Hunde mit Kuhmilch. Mehr über die Vorteile von Kefir findet man hier.  Da ich vom Kefir überzeugt bin, bekommen meine Welpenkäufer Knollen mit nach Hause.

Wie schon erwähnt, gibt es bei uns auch Getreide im Futternapf. Hunde können aufgeschlossenes, hochwertiges Getreide durchaus gut verwerten (siehe Dr. Jürgen Zentek). Mit Getreidefütterung (und Fettzugaben) kann ich leicht auf das Gewicht meiner Hunde reagieren. Sind sie eher dünn, kommt Getreide dazu, wenn nicht, lass ich es weg.

Dr. med. vet. Julia Fritz schreibt in ihrem Buch “Hunde barfen” (mit Biene auf dem Cover!!!) über das Getreide im Hundefutter:
“Die ausschließliche Nutzung von Fleisch als Energiequelle bietet keinen Vorteil und wäre für viele Hundehalter sicherlich auch nicht bezahlbar….  Viele emfinden Getreide als unnatürliche Hundenahrung, oft mit der Begründung, dass Wölfe auch kein Getreide ‘jagen’ würden.  Dabei hat sich der Hund an eine stärkereiche Nahrung angepasst und besitzt mehr Gene zur Stärkeverdauung als der Wolf.”

Gern gefressen wird auch Fisch – meine Hunde lieben zB geräucherte Makrelenköpfe oder gekochte/gebratene Lachshaut. Von einem Angler bekomme ich regelmäßig Fischinnereien die sie gerne nehmen.

Bei der Welpenaufzucht beginne ich mit Rindertartar. Dann wird eine Futterkomponente nach der anderen hinzugefügt. Ich bin für eine langsame Steigerung, aber für eine große Vielseitigkeit. Meiner Meinung nach beugt ersteres Allergien vor und letzteres hilft, später keinen mäkeligen Hund zu haben. Hochwertiges Fertigfutter gibt es eher aus der Hand.

Für meine erwachsenen Hunde nehme ich Fertigfutter ausschließlich für unterwegs auf den Spaziergängen. Sie dürfen sich draußen ihr Futter verdienen und das geht hervorragend mit gutem Fertigfutter aus der Hand. Nur für besondere Leistungen (Suchen, Rückruf unter Ablenkung) gibt`s dann auch mal Wurst oder Käse als Jackpot…..

Ach ja, Essensreste werden auch gern genommen. Wir essen gesund, warum soll der Hund die Reste nicht bekommen? Da es mir widerstrebt, Nahrungsmittel wegzuwerfen, bin ich froh über die Restevertilger. Auch mein steinhart gewordenes Biobrot ist durchaus gut für die Zähne.

Erwähnen will ich noch den humorvoll geschriebenen Artikel zur “ABAM”-Konzept von Dr. Ralf Rückert!

Kurzhaarcollie TeslaTesla, 8 Monate alt, weiß, was gut für ihn ist 🙂 !

Grundsätzliches zur Hundeernährung (Trockenfutter und BARF) mit vielen Weiterverweisen,

ein BARF-Rechner und ein BARF-Futterplan,

noch ein BARF-Futterplan für einen Welpen,

BARF-Mythen und ein Aufruf, das Thema Hundefütterung einfach zu halten,

Kompetente Ernährungsberatung finden Sie hier.

Kurzhaarcollie TeslaWie gut, dass sie nicht sabbern :-), Tesla, 8 Monate alt.